Gott spricht: ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
 Jahreslosung 2016 - Jesaja 66,13

 
GEDANKEN

Liebe Geschwister,

ich liebe gutes Essen. Fast jedes Essen braucht bei mir aber noch etwas an Salz. Da passiert es schon einmal, dass mein Gegenüber die Mundwinkel leicht verzieht, wenn ich schonwieder zum Salzstreuer greife. Salz ist ein besonderes Würzmittel und darf bei mir einfach nicht fehlen. Manch eine mag weniger Salz als ich, aber ganz ohne Salz geht es für den Deutschen kaum.

Im Land der Bibel war Salz nicht nur ein Würzmittel für Speisen, sondern diente auch zur Konservierung von Lebensmitteln. Salz wurde auch eine reinigende Wirkung zugeschrieben. Deshalb sollten z.B. Speiseopfer gesalzen werden, bevor man sie Gott darbrachte.

Wie das Salz ist auch die Gute Nachricht von Jesus Christus Lebensnotwendig. Diese Nachricht schenkt Frieden. Diese Nachricht und diesen Frieden sollen wir unter uns bewahren – leben.

So gesehen fehlt Salz nicht nur manchmal in meinem Essen. Manchmal fehlt es an Frieden. An Frieden in der Welt, aber auch an Frieden in der Familie, am Arbeitsplatz im Verein oder in mir.

Da klingt der Satz aus der Bibel: „Bewahrt die Kraft vom Salz in euch: Haltet Frieden untereinander.“ (Markus 9,50b) herausfordernd. Ganz kurz, knapp und klar: „Haltet Frieden untereinander“. Dieser Aufforderung kann ich mich nicht einfach entziehen.

Es geht nicht etwa darum, dass ich den Friedensnobelpreis gewinnen muss. Es ist auch keine Aufforderung, Menschen um den Hals zu fallen, die mir ständig ans „Leder“ wollen. Es heißt nur ganz einfach: „Haltet Frieden untereinander“. Tu, was du tun kannst, bemühe dich nach deinen Möglichkeiten um ein friedliches Miteinander.

Der Thüringer Lyriker Rudolf Otto Wiemer formulierte: „Ich empfehle der Friedenskonferenz den Tisch meiner Großmutter, die das Gezänk mit dem Großvater jäh unterbrach, indem sie die Hand ausstreckte und wartete, bis die andere Hand, die große des Mannes, sich, wenn auch zögernd, näher heranschob – diesen alten Tisch aus schlechtem fichtenen Holz, ihn empfehle ich.“

Eine kleine helfende Geste. Ein Anfang, ohne auf den Anfang des Anderen zu pochen. Mit Zutrauen und Vertrauen. Nachahmenswert.

 

 Ihr Pastor Jeremias Georgi

 

 

 

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